Future City Innovation Programme

Zusammenfassung

Das Future City Innovation Programme (FCIP) ist ein im ersten Quartal 2020 startendes kollaboratives Forschungs- und Innovationsprogramm des Morgenstadt-Netzwerkes. Teilnehmenden Kommunen (bzw. kommunalen Institutionen) wird es mithilfe quantitativer und qualitativer Methoden ermöglicht, ihre ganz konkreten Herausforderungen in Bereichen wie zum Beispiel Mobilität, Energie-Versorgung oder Smart Governance herauszuarbeiten, und diese im Rahmen von kollaborativen Innovations-Workshops gemeinsam mit spezialisierten Fraunhofer-Instituten, Unternehmen sowie weiteren Kommunen mit ähnlichen Herausforderungen zu adressieren.

Im Laufe der dreistufigen Innovations-Workshops sollen gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der teilnehmenden Städte entwickelt und Schritt für Schritt verfeinert werden. Die Zusammenarbeit von Vertretern aus Kommunen, Wirtschaft und angewandter Forschung stellt sicher, dass die Herausforderungen multiperspektivisch adressiert werden, und die erarbeiteten Lösungen sowohl intra-kommunale Realitäten berücksichtigen, als auch wirtschaftliche und technische Machbarkeit sowie neueste Erkenntnisse aus der angewandten Forschung miteinbeziehen.

Im Rahmen von Innovation Procurements oder öffentlichen Förderprogrammen (EU, BMWi, …) sollen die kollaborativ erarbeiteten Lösungen umgesetzt und in konkrete städtische Kontexte überführt werden.

1. Komplexe Herausforderungen: Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert

Noch nie war Stadtentwicklung so komplex wie heute. Zahlreiche interne und externe Faktoren müssen aufeinander abgestimmt werden, um lebenswerte, belastbare, nachhaltige und integrative Städte zu entwickeln:

Globale Trends wie Klimawandel, Migration oder der demographische Wandel erfordern zunehmend eine lokale Reaktion.

Die große digitale Transformation verändert Organisationen, Wirtschaft und Privatleben. Städte müssen sie aktiv gestalten, laufen der Entwicklung aber häufig hinterher, oder vermögen es nicht, sie zielsicher einzuschätzen.

Technologische Innovationen sollten uns eigentlich helfen, intelligentere Stadtsysteme zu schaffen - aber das Innovationstempo ist häufig unvereinbar mit den traditionellen Zyklen von Stadtentwicklung und öffentlicher Beschaffung.

Um all dies in Planung und Entwicklung von konkreten Lösungen für spezifische Herausforderungen unserer Stadtsysteme miteinzubeziehen, sind Unmengen von Wissen und Know-how erforderlich, doch das findet sich nicht konzentriert, sondern nahezu immer zerstreut zwischen verschiedenen Akteuren wie Stadtverwaltungen, Unternehmen oder Forschungsinstituten. Um wahrhaft nützliche und bedarfsorientierte Innovationen zu entwickeln, ist es notwendig, die Wissensteilung („Division of Knowledge“) zwischen diesen Akteuren zu überwinden, und sie zur Lösung eines konkreten Problems an einen Tisch zu bringen. Dies ist das allgemeine Ziel des Morgenstadt-Netzwerkes, und das spezielle Ziel des Future City Innovation Programme.

 

2. Ziele des Future City Innovation Programme

Das Future City Innovation Programm ist ein kollaboratives Forschungs- und Innovationsprogramm des Morgenstadt-Netzwerkes:

Es soll akteurs- und organisationsübergreifende Wissenstransfers in Gang setzen,

um Reibungsverluste zwischen Städten, Unternehmen und angewandter Forschung zu minimieren, Lösungen und Prozesse neu zu denken oder zu entwickeln,

und so die Hürden für Investitions-, Implementierungs- und Innovationsprozesse für Smart City-Lösungen überwinden.

Die kollaborativ entwickelten Lösungsansätze sollen im Rahmen von Innovation Procurements oder öffentlichen Förderprogrammen (EU, BMWi, …) umgesetzt und in konkrete städtische Kontexte überführt werden.  

3. Methoden und Ablauf des Future City Innovation Programme

Um erfolgreich Innovationen entwickeln zu können ist es notwendig, die Natur und die Facetten eines zugrundeliegenden Problems so genau wie möglich zu verstehen, um dasselbe dann in zielgerichteten Innovations- und Implementierungsprozessen adressieren zu können. Das Future City Innovation Programme besteht deshalb aus drei verschiedenen, aufeinander aufbauenden Phasen: der Analysephase, der Innovationsphase und der Anwendungsphase.

a.       Analysephase

Teilnehmende Städte werden mithilfe von Morgenstadt-Tools auf ihre jeweiligen Stärken und Schwächen in den unterschiedlichen Bereichen moderner komplexer Stadtsysteme hin analysiert. Dies erlaubt eine erste quantitative Einschätzung der Problembereiche einer Kommune. Im Rahmen von mehrtägigen themenspezifischen Challenge-Workshops (Überthemen bspw. Nachhaltige Mobilität, Erneuerbare Energien, …) erarbeiten teilnehmende Kommunen gemeinsam mit Vertretern von Unternehmen und Fraunhofer-Instituten konkrete und adressierbare Herausforderungen (Challenges), denen sich die Kommunen im jeweiligen Themenfeld gegenübersehen. Im Fokus steht hier die Frage, was genau eigentlich das Problem ist, und welche Aspekte ihm zugrunde liegen.

b.      Innovationsphase

Um jeweils eine Challenge, die in der Analysephase erarbeitet worden ist, wird ein Innovationsteam gebildet, bestehend aus Fachvertretern aus den Kommunen, die sich mit der Challenge konfrontiert sehen, Vertretern von Fraunhofer-Instituten sowie Vertretern von Unternehmen mit Expertise und Know-how im entsprechenden Themenfeld. Ein Innovationsteam führt gemeinsam einen dreistufigen Innovationsworkshop durch, um in einem ko-kreativen Design-Thinking-Prozess Lösungen für die zugrundeliegende Challenge zu entwickeln. Die besten Lösungsansätze werden von Workshop zu Workshop weiterentwickelt und in gemeinsamen Diskussionen systematisch auf Stärken und Schwächen hin abgeklopft, um sie weiter verfeinern und zu tragfähigen Konzepten weiterentwickeln zu können.

c.       Anwendungsphase

Die Lösungskonzepte sollen nicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden, sondern in konkrete städtische Kontexte überführt werden, denn erst durch die Implementierung wird eine Lösung auch zu einer Innovation. Dies kann je nach Ansatz und Themenfeld in unterschiedlichen Rahmen passieren: in Innovation Procurements (Innovationspartnerschaften) zwischen Kommunen und Unternehmen, finanziert durch öffentliche Förderprogramme oder -fonds von EU, BMWi usw. oder alternative Finanzierungsmodelle.

 

Um mehr Informationen über dieses Programm zu erhalten, melden Sie sich bitte hier an.

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