Innovationsquartier: Esslingen-Weil

© Foto Sebastian Schulze / Fraunhofer IAO

»Innovationsquartier: Esslingen- Weil«  – Leuchtturmprojekt für neues heterogenes Wohnen

 

Für das Quartiersentwicklungsprojekt »Innovationsquartier: Esslingen- Weil« entwickelt das Fraunhofer IAO ein Umsetzungskonzept mit dem Fokus auf „soziale Innovationen“ im späteren Quartiersbetrieb. Um die Potentiale eines heterogenen Zusammenlebens optimal auszuschöpfen werden innovative Konzepte zur Optimierung von Gemeinschaft und Lebensqualität sowie ein ausdifferenziertes Angebot an bedarfsorientierten Quartiersinfrastrukturen entwickelt. Hierzu ist der Fokus auf die  Infrastruktur- und Betriebskonzeption für das Quartier gerichtet sowie auf den Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle zur Wertsteigerung der Immobilien im Lebenszyklus.

 

Projektbeschreibung:

 

Auf dem Areal Esslingen-Weil  entsteht derzeit im Auftrag der Projektgesellschaft Büro Godel  ein Wohnquartier mit ca. 18.000qm Wohnfläche in Form von Geschosswohnungen und Reihenhäusern. In Zusammenarbeit mit Fachplanern und der Stadt Esslingen werden die Rahmenbedingungen zur Entwicklung eines sozialgerechtes Quartier mit einem hohen Anteil von 75% für sozialen Wohnungsbau von Anfang an als Basis für soziale Innovationen in der Planungs- und Nutzungsphase definiert. Gleichzeitig werden in der Konzeptionsphase zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten sowie wirtschaftliche Optimierungen (z.B. Erweiterung Wohnraum, Minimierung Tiefgaragenstellplätze) identifiziert, die eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und soziale Nachhaltigkeit im Lebenszyklus ermöglichen.

In dem Prozess zur Entwicklung des das »Innovationsquartier Esslingen-Weil« stehen folgende Zieldimensionen als anleitend da:

 

Pilotprojekt für soziale Innovation

In Esslingen entsteht ein Leuchtturmprojekt für ein Innovationsquartier mit dem Schwerpunkt auf soziales Miteinander

Umsetzung und Wissensaufbau zu (sozial) nachhaltigen Lösungen

Innovative Quartierslösungen werden pilotiert und in die Umsetzung gebracht mit dem Ziel, neue Formen des Zusammenlebens zu ermöglichen

Schaffung neuer quartiersbasierter Lösungen für sozialen Wohnungsbau

Ein Maximum an Lebensqualität im Quartier wird gewährleistet  durch ein ausdifferenziertes und nutzerangepasstes Angebot an Quartiersinfrastrukturen

Kooperativer Planungsprozess mit Stadtverwaltung und weiteren Akteuren

Ein gemeinsamer Innovationsprozess zwischen Eigentümer, Investor, Stadtverwaltung, Infrastrukturbetreiber und Forschung sichert die Umsetzung.

(Wirtschaftliche) Vorrüstung des Quartiers für zukünftige Anforderungen

Das Quartier ist in der Planung bereits auf spätere infrastrukturelle „Aufrüstungen“ vorbereitet und sichert maximale Wirtschaftlichkeit.

Blick von der Esslinger Burg auf die Stadt. Morgenstadt Smart City
© Foto Sebastian Schulze / Fraunhofer IAO

Blick von der Esslinger Burg auf die Stadt.

Altstadt mit dem alten Esslinger Rathaus. Morgenstadt Smart City
© Foto Sebastian Schulze / Fraunhofer IAO

Altstadt mit dem alten Esslinger Rathaus.

Turm der Esslinger Burganlage. Morgenstadt Smart City
© Foto Sebastian Schulze / Fraunhofer IAO

Turm der Esslinger Burganlage.

Vorgehen:

 

Im ersten Schritt werden vom Fraunhofer IAO auf Basis von Workshops mit Auftraggeber und Fachplanern sowie der Analyse von Planungsunterlagen Anforderungen und Potenziale für das Stadtquartier identifiziert und skizziert um die klare Kommunikation des Vorhabens im Dialog mit der Stadtverwaltung zu ermöglichen. Aus den Anforderungen heraus werden Module für die Vision des Quartiers im Hinblick auf hohe räumliche Qualität, durchgängige Wirtschaftlichkeit und ganzheitlichem Mehrwert für Bauträger, Nutzer, Versorger und Stadtverwaltung spezifiziert. Diese werden in einen Anforderungskatalog an die städtebauliche Konzeption, Nutzungskonzept, Verkehrsinfrastruktur/Tiefgaragen, Freiraum, technische Gebäudeausstattung, Energiekonzept überführt.

Um die Potentiale eines heterogenen Zusammenlebens optimal auszuschöpfen und negative Entwicklungstendenzen auszuschließen werden innovative Konzepte zur Optimierung von Gemeinschaft und Lebensqualität sowie ein ausdifferenziertes Angebot an bedarfsorientierten Quartiersinfrastrukturen entwickelt. Dabei steht die bedarfsgerechte Konzeption der folgenden sechs Module im Vordergrund:

 

Modul 1: „Letzte-Meile-Logistik“ – Bedarfsgerechte Konzeption einer technischen Lösung für eine zukunftsfähige Quartiersversorgung (Lieferverkehr, Nahversorgung) für online-basierte Logistikprozesse von Dienstleistern (u.a. Quartiers-Sharing-Box mit gekoppelter Paketstation)

Modul 2: „dezentrales Areal-Grid“ – Bedarfsgerechte Konzeption einer technischen Lösung für ein dezentrales, smartes Energie-Netz im Quartier, welches wirtschaftliche Potenziale für den späteren Versorger bzw. Netzbetreiber ermöglicht Energierecycling (z.B. Abwärmenutzung Neckarcenter, Photovoltaik mit Contractor, Mieterstrom-Modell etc.)

Modul 3: „Geteilte Nutzungen“ – Bedarfsgerechte Konzeption einer technischen Lösung für die gemeinschaftliche Nutzung von unterschiedlichen Räumen im Quartier, z.B. als Arbeits- oder Werkstätten, Freizeit, Betreuung oder Sondernutzung

Modul 4: „Smart Home“ - Bedarfsgerechte Konzeption einer technischen Lösung für die intelligente und zukunftsfähige Ausstattung der Wohnungen zu „Smart Home & Living“ entlang verschiedener Nutzergruppen (z.B. Keyless-Zugangssystem, KNX-Verkabelung)

Module 5: „Quartierskommunikation“ - Bedarfsgerechte Konzeption einer technischen Lösung für die informationstechnische Vorrüstung der Wohnungen und des Quartiers (z.B. Grundversorgung, Free-WLAN, Quartiersnetzwerk, Glasfasernetz, Fibre-to-the-Home)

 

Um die Umsetzung der identifizierten Module sicherzustellen werden diese mit Fachplanern abgestimmt und mit tragfähigen Geschäftsmodellen hinterlegt mit dem Ziel, belastbare Empfehlungen für die Optimierung des Gesamtkonzepts als auch die Wirtschaftlichkeit strategischer Entscheidungen für den Immobilienbetrieb (z.B. Richtung Facility Management, Quartierspflege, zusätzliche „Services“ für Bewohner) aufzuzeigen und zu bilanzieren.